HUBER.HUBER

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huber.huber Gestohlene Seelen / Stolen souls

DuflonRacz, Rivoli Building, ground floor 11, Chaussée de Waterloo 690, BE-1180 Uccle / Bruxelles (Belgique)

Ab 6. September 2019

In ihrer zweiten Soloshow „Gestohlene Seelen“ bei DuflonRacz Brüssel zeigen huber.huber neue Arbeiten.

Eine Gruppe von Skulpturen bildet das Zentrum. Hoch aufgelöste Scans von Schmetterlingsflügel auf Seide gedruckt sind auf Spiegelstelen drapiert. Jeweils ein Paar verdeckt partiell das Spiegelbild. Die leichte und poetische Installation nimmt das im Werk von huber.huber widerkehrende Thema der Metamorphose, aber auch der Seele auf. Der Spiegel kann als Symbol der Eitelkeit und Selbsterkenntnis, etwas ganz und gar Menschliches, gelesen werden. In antiken Kulturen stand der Spiegel als Abbild der Seele einer Person, in dem – je nach mythologischer Vorstellung – die Seele auch eingefangen und festgehalten werden konnte. Heute noch verhüllen Menschen im Haus eines Toten die Spiegel. Man befürchtete, die Seelen der Toten könne sonst, von seinem Spiegelbild gebannt, länger im Haus verweilen.
In die 180 Zentimeter langen Schals aus Seide, die aus bis zu 900 Meter langen Fäden des Kokons vom Schmetterling „Maulbeerspinner“ entsteht – kann sich der Mensch einhüllen und so wie einst der Schmetterling mit seinen prächtigen Farben täuschen, tarnen oder warnen.

Die Kohlezeichnungen widmen sich der Aneignung der Natur durch den Menschen. Blumenessenzen, gebannt in Parfümflakons, zeigt die Serie „Essenzen„. In der Natur locken Blumen mit ihrem Duft Insekten für die Bestäubung an, der Duft dient aber auch dazu, bestimmte Fressfeinde fernzuhalten. Der Mensch hüllt sich seit 6000 Jahren in Düfte der Natur, um den körpereigenen Geruch zu verändern. Mit Pelargonien, Hyazinthe, Jasmin, Lavendel, Maiglöckchen, Mimose, Neroli, Osmanthus, Rose, Nachthyazinthe, Veilchen oder Magnolien manipuliert der Mensch den individuellen Körperduft – den Spiegel seines genetischen Profils.

Das üppige Blumenbild zeigt die Schönheit der Natur – dass hier der Mensch die Finger im Spiel hatte, kann man in der Zeichnung nicht wahrnehmen. Japanische Forscher haben den Chrysanthemen Gene der Blauen Klitorie und der Marien-Glockenblume eingefügt, so dass die Blumen blau und nicht mehr in Rosatönen erblühen.